https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Creifelds,_Theodor_-_St_Mauritius_Köln_um_1870.jpg#file
privat
Auf Tafel XIII im 2. Band von Hermann Keussens Werk „Topographie der Stadt Köln im Mittelalter“ ist das gut zu sehen:
Man kann sagen: das Mauritiusveedel ist so alt wie die Kirche, die ihm ihren Namen gibt. St. Mauritius wurde 1135 zum ersten Mal erwähnt und war ursprünglich eine sgn. „Eigenkirche“ der Benediktiner-Abtei St. Pantaleon. Genau diese riss man im erwähnten Jahr ab und errichtete einen Neubau, den die Eheleute Hermann und Ida de Scipiona oder von Stave finanzierten (der Stavenhof am Eigelstein erinnert an diese Familie). Bei der Kirche handelte es sich um einen romanischen Bau, der gleichzeitig als Pfarr- und als Klosterkirche eines Benediktinerinnen-Konventes diente. Für die Nonnen gab es dafür eine Empore, die sie direkt von ihrem westlich der Kirche gelegenen Kloster aus erreichen konnten.
1734 gönnten sich die Nonnen einen Neubau, die heutige Wolkenburg.
Als Pfarrbezirk war damals das „Mauritiusviertel“ viel größer, als man es heute wahrnimmt. Es grenzte im Norden an die Schaafenstraße, folgte im Osten der ehemaligen römischen Stadtmauer und weiter Richtung Süden dem Perlenpfuhl, von wo die Südostgrenze etwas nördlich der Schnurgasse verlief. Im Südwesten und Westen wurde es durch die große Stadtmauer von 1180 eingefasst.
Das änderte sich alles mit der Aufhebung des Klosters 1802, besonders aber mit der Entwicklung, die Köln im 19. Jahrhundert nahm. Dazu gehörte auch, dass die (angeblich) baufällige Mauritiuskirche abgerissen und an ihrer Stelle von 1861 bis 1866 ein neogotischer Neubau errichtet wurde.
Diese lavierte Federzeichnung zeigt die neugotische Kirche Sankt Mauritius im Jahre 1857 in der Vorstellung des Erbauers Vincenz Statz. Die Bauarbeiten dieser Kirche begannen 1861. Bei seiner Vollendung 1866 wurde das Kirchengebäude als „kleiner Dom“ gefeiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört.
Dazu gibt es einen kurzen Film - hier klicken!
1956 bis 1957 wurde die Kirche nach den Plänen des Architekten Fritz Schaller neu erbaut, der noch erhaltene Teile der Kirche mit dem Neubau zusammenfügt. Neu ist jetzt der fächerförmige Gemeindesaal, der den erhaltenen neugotischen Chorbereich integriert. Der Westturm mit dem Haupteingang ist durch einen Kirchengarten vom Kirchengebäude getrennt. Neues und Altes vermischen sich zu einem harmonischen Kirchengebäude.
Wichtige Ausstattungsstücke der Kirche sind:
Ein von Louis Weber angefertigtes Reliquiar. In einem Glaszylinder befindet sich ein Stück vom Saum der Tunika Christi, das die blutflüssige Frau anrührte und geheilt wurde (Mk 5, 25-34).
Ein Gabelkreuz von 1415/20 mit erhaltener Originalfassung.
Eine spätgotische Kreuzigungsgruppe, um 1525.
Die Veedelkarte der Stadt Köln zeigt es noch genauer.
Heute gehören zum Mauritiusveedel offiziell folgende Straßen:
Man darf aber annehmen, dass für viele Einwohner und Einwohnerinnen die Grenzen der Kölner Veedel eher fließend sind!
Ulrich Ch. Blortz
[wird fortgesetzt und ergänzt]
zusammengestellt von Ulrich Ch. Blortz
Reinholds Martyrium, Quelle: Joachim Schäfer Ökumenisches Heiligenlexikon
Reinold wurde als einer von vier Söhnen des Grafen Haimon und seiner Frau Aya geboren und war ein Neffe Kaiser Karls des Großen. Vor diesem mußte Reinold zusammen mit seinen Brüdern, den Haimonskindern, auf dem Wunderpferd Bayard fliehen und erbaute die uneinnehmbare Festung Montalban. Später machte Reinold sich verdient bei der Eroberung Jerusalems.
Anschließend kehrte er nach Europa zurück und wurde Mönch im Kölner Pantaleons-Kloster. Er verdingte sich als Steinträger beim Bau des Alten Doms, des Vorgängers des heutigen. Da er für zu geringen Lohn und mehr als andere arbeitete, zog er sich den Zorn und Neid der übrigen Arbeiter zu, die ihn mit einem Hammer töteten, als er betend vor der römischen Stadtmauer am Mauritiussteinweg spazierenging. Den Leichnam warfen sie in einen Tümpel, „im Laach“. Eine gelähmte Frau wurde durch einen Traum an den Ort der Bluttat gerufen. Sie fand Reinold und wurde darauf von ihren Gebrechen geheilt. Gleichzeitig begannen auf wundersame Weise alle Glocken Kölns zu läuten.
Ferner teilen Legende und Heldenepik mit, dass es den Geistlichen in Köln nicht gelang, den Toten in einer Kirche zu begraben. Der Karren fuhr von alleine los und rollte mit dem Toten von selbst einen anderen Weg und blieb erst in Dortmund stehen. Von nun an war er hier Stadtpatron.
Johann Peter Weyer (1794-1864, drawing) and Anton Wünsch (1800-1833, lithography), Public domain, via Wikimedia Commons
Der Gerber Peter Mergenhagen ist lutherisch gesinnt und wird angeklagt, in St Mauritius die Messe gestört und den Prediger beleidigt zu haben. Der Stadtrat beschließt aber, heimlich gegen Mergenhagen vorzugehen, denn der hat Anhänger gefunden.
Anna von Sachsen, geboren 1544, war mit Wilhelm von Oranien (1533-1584) verheiratet, der "Wilhelm der Schweiger" genannt wurde und den Freiheitskampf der Niederlande gegen Spanien anführte. Die Ehe war unglücklich, aus welchen Gründen auch immer. Während Wilhelm sich in den Nieder-landen engagierte, saß Anna in Dillenburg, von wo sie 1568 nach Köln zog, was für eine 23jährige ein mutiger Entschluß war. Sie hoffte wohl auf ein mehr „großstädtisches Flair“ und mehr Unterhaltung und lebte über ihre Verhältnisse. Seit 1570 hatte sie als Anwalt Jan Rubens, den Vater des Malers, der mit seiner Familie am Rinkenpfuhl im Rinkenhof wohnte, Anna aber häufig auf Reisen begleitete. Dabei wurde er 1571 bei Siegen verhaftet, gefoltert und gestand, mit Anna die Ehe gebrochen zu haben. Auch Anna gab das zu, nachdem ihr versprochen worden war, daß man Rubens schonen wolle.
Ihre Ehe mit Wilhelm von Oranien wurde geschieden, und sie kam in Siegen in Hausarrest, dann in Beilstein, Zeitz und Dresden, wo sie Ende 1577 starb.
Maria „Maayken“ Pypelinckx, die Frau von Jan Rubens, hielt allerdings zu ihrem Mann, der bis 1573 in Haft und danach in Siegen blieb. Dort wurde 1577 Peter Paul Rubens geboren. 1578 zog die Familie wieder nach Köln, diesmal in die Breite Straße und später in die Sternengasse. Hier starb Jan Rubens 1587 und wurde in St. Peter begraben. Seine Familie zog bald darauf nach Antwerpen.
Gefangennahme Wilhelm Egons von Fürstenberg in Köln am 14. Februar 1674, Kupferstich von Romeyn de Hooghe, um 1675.
Die Szene erinnert an Wild-West-Filme mit Kutschenüberfällen; ein Augenzeugenbericht von Lenhardt Eßer, Brauer im „Tolhaus“ auf der Hahnenstraße:
Er ging am 14. Februar 1674, am Nachmittag ungefähr um vier Uhr, vom Neumarkt bis zum Haus „Grünwald“ im Laach, gegenüber dem Kloster St Reinhold, das an der Ecke Mauritiussteinweg / Marsilstein lag. Dort war eine Kutsche mit Glasfenstern angehalten worden, und Eßer hörte und sah, daß zunächst drei Schüsse abgegeben wurden, woraufhin einige Männer, die die Kutsche begleitet hatten, fliehen wollten. Diesen wurde mit Pistolen in den Rücken geschossen, Eßer sah fünf umfallen und einen davon sterben. Die Kutsche versuchte, weiter den Mauritiussteinweg hinunter in Richtung Mauritiuskloster zu fahren, wurde aber von denen, die den Überfall verübten, verfolgt; dabei wurden weitere 10 oder 12 Schüsse auf sie abgegeben. Die Kutsche wurde zum Wenden gezwungen; Eßer sah, als sie vorbeifuhr, einen schwarzgekleideten Mann darin und um die Kutsche acht oder neun Männer, teils mit Pistolen, teils mit bloßem Degen. Alles verschwand über die Hahnenstraße in Richtung Hahnentor.
Es handelte sich nicht um einen Raubüberfall, sondern um eine „Haupt- und Staatsaktion“: befehligt von Ferdinand Marquis Obizzi, Obristwachtmeister des kaiserlichen Regiments de Grana, hatten kaiserliche Offiziere die Kutsche von Wilhelm Egon von Fürstenberg angehalten und Fürstenberg im Namen des Kaisers verhaftet. Dabei lieferten sie sich ein Gefecht mit Fürstenbergs bewaffneter Leibgarde.
Die Entführung Fürstenbergs beendete den seit 1673 in Köln tagenden Friedenskongress, der vor allem im Krieg zwischen Frankreich und den Niederlanden vermitteln sollte und bei dem Wilhelm Egon von Fürstenberg (1629-1704) als Kurkölner Minister versucht hatte, im Deutschen Reich eine frankreich-freundliche dritte Partei zu etablieren. Er hatte (als „Pestbeule des Reiches“) sich bei Kaiser Leopold I. dabei zutiefst verhaßt gemacht und wurde auf dessen Befehl zuerst nach Bonn, dann nach Wien verbracht und gefangen gehalten. Der Kaiser sah ihn als Urheber des Krieges an und beschuldigte ihn des Aufruhrs und reichsfeindlicher Aktivitäten. Er wurde in einem nicht öffentlichen Prozess wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, allerdings auf Drängen Ludwigs XIV. im Mai 1679 wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Entführung eines Diplomaten war ein Eklat und für die während des Friedenskongresses „neutrale“ Stadt Köln überaus peinlich, es gab deswegen sofort eine genaue Untersuchung, schon um die Reichsstadt vom Verdacht der Komplizenschaft zu befreien. Vor allem waren die Entführer samt Kutsche ja unbehelligt durch das Hahnentor hinaus gefahren. Kein Wunder: der Torschließer Wilhelm Beeß oder Bess hatte sich nach eigener Aussage am Brauhaus „Zum Wilden Mann“ auf der Hahnen-straße aufgehalten und hatte „kein Nachdenken“ gehabt, auch als er sah, daß eine von Bewaffneten begleitete Kutsche in schneller Fahrt auf das Hahnentor zufuhr. Erst als noch mehr Leute hinterherrannten, bequemte sich der Torschließer auf das Bollwerk vor dem Stadttor, dort stand zwar die Schildwache, die anderen Stadtsoldaten waren aber nicht am Tor, sondern in der Wachstube…
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„Nachdem der ehemalige Begräbniß-Platz der Pfarre von St. Mauritius auf Kosten der Pfarr-Gemeinde geebenet und anderweitig verschönert worden ist, so wird das Fahren, Reiten und Karnschieben über diesen Platz, unter den gesetzlichen Strafen hierdurch verboten. Köln, den 27. März 1822. Königl. Polizei-Präsident und Landrath des Stadtkreises Köln, von Struensee.“
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„Den 31. Dezember letzthin am Abend ist auf der Hahnenstraße dahier von einer Karre ein großer Korb mit verschiedenen Waaren und sonstigen Effekten entwendet worden. Zur nämlichen Stunde, wo dieser Diebstahl ausgeführet worden, will man einen Mann mit einem Korbe auf der Schulter am Mauritius Walle davon eilen gesehen haben.“ Der Korb war „zum Transporte von Federvieh bestimmt“, unten „mit einem Thürchen versehen“ und „mit grüner Wachsleinwand und einem blauen Kittel“ bedeckt. Er enthielt u. a. Kleidung, Hauswäsche, Garn, Zichorie, Seife, ein Gebetbuch, Tabak, Kaffeebohnen, Zucker und Süßholz.
Marsilstein im Mercatorplan 1571
„Es ist eine Elster gestohlen worden; wer davon Nachricht geben kann, bekommt eine gute Belohnung, Marsilstein 21.“ (Kölnische Zeitung vom 29.11.1848)
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„Kölner Local-Nachrichten. Köln, 29. Febr. 1860. Das seit einigen Tagen herrschende Sturmwetter war hier in der vergangenen Nacht wieder recht heftig […] Dieser lärmvolle Zustand begünstigte auch diebische Unternehmungen, und wirklich hat in einem Hause am Marsilstein ein sehr verwegener Einbruch stattgefunden. Die Diebe wußten die Eisenstange, mit welcher die Fensterladen geschlossen waren, mit Anwendung eines Brecheisens so weit zu lüften, daß sie den Laden aus den Angeln heben konnten, brachen in der bekannten Manier, mittels eines mit schwarzer Seife bestrichenen Lappens, der noch an Ort und Stelle vorgefunden wurde, eine Fensterscheibe entzwei und gelangten dann ohne Schwierigkeiten in das Innere des Hauses, wo sie einen beträchtlichen Waaren-Diebstahl ausführten. Die Policei forscht den frechen Gaudieben nach, die sich nicht einmal durch die Nähe eines Militärpostens von ihrem Vorhaben abschrecken ließen.“
"Köln, 12. August. Heute Morgen gegen 8 Uhr wurde an der Mauritiuskirche unter Bausteinen versteckt und in eine Schachtel eingereckt die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts gefunden." (Allgemeiner Anzeiger für Rheinland-Westphalen vom 13.8.1864)
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„Kölner Local-Nachrichten. Köln, 9. October 1876. Mehrere junge Leute, Freunde von Krametsvögeln, aber nicht vom Bezahlen, wurden gestern am späten Abend vor einer Wildpret-handlung an der Weyerstraße von einem unwiderstehlichen Appetit nach diesen Leckerbissen befallen, daß sie in das Geschäftshaus traten, eine Anzahl der Vögel ergriffen und sich schleunigst damit entfernten. Ein Nachtwächter, auf die langfingerigen Feinschmecker aufmerksam gemacht, eilte ihnen nach und fing mit Hülfe mehrerer hinzugerufener Polizeibeamten zwei derselben ein. In Folge davon dürfte das Abendbrod dieser Beiden etwas weniger pikant ausgefallen sein, als sie vorher gedacht hatten.“
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„Kölner Local-Nachrichten. Köln 10. Mai 1879. Zwei Handlungsreisende, welche in Folge verschiedener Vorkommnisse in bittere Feindschaft gerathen waren, trafen gestern Abend gegen 9 Uhr, nachdem der eine, ein baierischer Reserveofficier, dem anderen früher, und wahrscheinlich erfolglos, ein Pistolenduell angeboten hatte, in der Balduinstraße zusammen. Plötzlich wurde die friedliche Stille des Abends durch mehrere Schüsse gestört. Als die erschreckten Bewohner der dem Orte der That zunächstgelegenen Häuser herbeikamen, fanden sie den einen Handlungsreisenden durch einen Schuß in den Hinterkopf getroffen leblos in seinem Blute liegend. Der Reserveofficier hatte sich selbst einen Revolverschuß in den Kopf beigebracht. Die Kugel war durch die Stirn eingedrungen; der Tote wurde zur Morgue [d. i. das Leichenschauhaus], der Schwerverletzte nach dem Bürgerhospital geschafft.“
„Der Handlungsreisende (baierischer Reserve-Lieutenant), welcher in Folge einer Schußwunde, die derselbe sich vorgestern in der Balduinstraße beibrachte, dem Bürgerhospital übergeben wurde, ist gestern Nachmittag gestorben.“ (Kölnische Zeitung vom 11.5.1879)
Brouillon-Karte 1928-025 © Historisches Archiv der Stadt Köln
In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1930 war ein „anscheinend sehr wohlhabender Herr“ mit dem 25 Jahre alten Kraftfahrer Nikolaus Fink an der Hohe Pforte und auf dem Waidmarkt unterwegs, hatte Fink großzügig freigehalten, ansonsten aber „sein Interesse einigen jungen Damen“ zugewandt. Mit einer von ihnen ließ der Herr sich morgens gegen 4 Uhr von Fink zum Rinkenpfuhl kutschieren. Der Kraftfahrer meinte, er wolle mit seinem Fahrgast „ein gutes Geschäft“ machen und zur „Vorbereitung dazu stülpte er zunächst seine Mütze über die Zähluhr. Auf dem Rinkenpfuhl forderte der Kraftfahrer von dem Fahrgast 14,35 Mark als Fahrpreis, der Fahrgast verlangte die Fortnahme der Mütze von der Uhr, um sich selbst zu überzeugen. Das gab eine große Auseinandersetzung, wobei man sich schließlich dahin einigte, zur Polizei zu fahren“. Stattdessen bog Fink aber „in die stille Huhnsgasse ein, riß den Wagenschlag auf“ und forderte Bezahlung. Als der Fahrgast ausstieg und sich die Droschkennummer notieren wollte, „erhielt er von Fink einen Schlag über den Kopf, der ihn auf das Straßenpflaster warf und ihm für Augenblicke die Sinne benahm“. Danach fehlte ihm die Brieftasche mit 175 Mark.
Die Ende Oktober stattfindende Gerichtsverhandlung war turbulent. Nachdem der Staatsanwalt für Fink vier Jahre Gefängnisstrafe beantragt hatte, zog dieser eine Rasierklinge hervor und versuchte, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Das konnten die Justizwachtmeister verhindern. Das Urteil lautete dann auf zwei Jahre Gefängnis ohne Bewährung. „Darüber gab es wieder großes Wehklagen“ beim Angeklagten und seiner Braut, die er eigentlich am 21. Juli hatte heiraten wollen, und die nun im Gericht „Krampfanfälle“ bekam. (nach dem Bericht der Kölnischen Zeitung vom 1.9.1930)
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„Von Einbrechern niedergeschlagen. In der Nacht zum Dienstag wurde in eine Wohnung in der Balduinstraße eingebrochen. Der nach Hause kommende Wohnungsinhaber überraschte zwei Burschen, die ihn sofort niederschlugen und ihm die Uhr von der Kette abrissen. Die Täter konnten bereits festgenommen werden. Der Überfallene wurde mit schweren Schädelverletzungen ins Hospital gebracht.“ (Kölnische Zeitung vom 5.1.1932)